Süßungsmittel

Süßungsmittel

Dattelzucker, Xylit, Stevia … was davon ist wirklich gesund?

Als ich angefangen habe, mich mit der Vollwerternährung zu beschäftigen, habe ich wie ein Schwamm alles Wissenswerte aufgesaugt. Ich habe mir eine Getreidemühle gekauft, Honig vom Imker besorgt und angefangen, meine Brote, Brötchen und auch mein Süßgebäck aus frisch gemahlenem Getreide zu backen. Auszugsmehl und weißen Haushaltszucker habe ich weggeworfen. Die Entscheidung stand fest – und ich wollte nicht, dass ich aus reiner Gewohnheit doch wieder darauf zurückgreife.

Offen gesagt kannte ich damals die ganzen verschiedenen Fabrikzuckerarten noch gar nicht. Ich kannte nur den Haushaltszucker und den braunen Zucker. Doch als ich anfing, meine Erfahrungen auf Instagram zu teilen, begegneten mir ganz viele Fragen:

Was ist mit Dattelzucker? Was ist mit Xylit? Was ist mit Erythrit? Was ist mit Stevia, mit Kokosblütenzucker, mit Dattelsirup oder Dattelsüße? Und: Auf welche Süßungsmittel kann man zurückgreifen, wenn man unter einer Fruktoseintoleranz leidet?

Ich hatte mich vorher nie mit diesen Dingen beschäftigt. Aber als meine Community wuchs, musste ich es – und deshalb nutze ich heute die Gelegenheit, dir die genannten Zuckerarten in Ruhe zu erklären. Denn wahrscheinlich beschäftigt dich die eine oder andere Frage ganz genauso.

Kurz vorweg: In der Vollwerternährung nehmen wir ausschließlich frische Früchte, Trockenfrüchte oder Honig vom Imker zum Süßen. Warum wir da so konsequent sind, hat einen tiefen Grund. Fabrikzucker ist nämlich weit mehr als nur „leere Kalorien". Isolierter Zucker ist aus seinem natürlichen Verbund herausgerissen – alle Vitalstoffe, die die Natur hineingelegt hat, fehlen. Und weil dein Körper genau diese Stoffe braucht, um den Zucker zu verarbeiten, holt er sie sich aus deinen eigenen Reserven. Kurz gesagt: Fabrikzucker wirkt in deinem Körper wie ein Räuber.

Schauen wir uns die „gesunden Alternativen" einmal genauer an

Schauen wir uns gemeinsam an, wie die verschiedenen „Alternativen" hergestellt werden – denn erst wenn du das verstehst, siehst du, warum sie am Ende alle aus derselben Ecke kommen – aus der Fabrik.

▪️ Isolierter Fruchtzucker (Fruktose): Solange der Fruchtzucker in der ganzen Frucht steckt – mit all ihren Vitalstoffen im natürlichen Verbund –, ist alles gut. Wird er aber aus der Frucht herausgelöst und pur verkauft, fehlt genau dieser Verbund. Lass dich dabei vom Wort „Frucht" nicht täuschen: Auf der Zutatenliste klingt Fruchtzucker gesund, isoliert verhält er sich in deinem Körper aber wie jeder andere Fabrikzucker.

▪️ Und bei einer Fruktoseintoleranz? Die echte Fruktoseintoleranz ist eine sehr seltene, angeborene Stoffwechselkrankheit. Viel häufiger handelt es sich „nur" um ein Verträglichkeitsproblem, das sich mit einer konsequenten Vollwertkost oft von selbst bessert. Statt zu künstlichen Süßstoffen zu greifen, würde ich mit Obstsorten beginnen, die wenig Fruchtzucker enthalten – zum Beispiel Beeren – und mich dann langsam herantasten. Oft verträgt man nach kurzer Zeit schon wieder mehr, als man dachte.

▪️ Dattelzucker: Dafür werden Datteln getrocknet, anschließend mit Wasserdampf erhitzt (um sie zu „verzuckern") und zu Pulver vermahlen. Durch diese Verarbeitung gehen sehr viele Vitalstoffe verloren. Die ganze Dattel als Trockenfrucht ist ein wunderbares Lebensmittel – sobald sie aber zu Zucker verarbeitet wird, bleibt von diesem Wert kaum etwas übrig. Deshalb zählt Dattelzucker trotz seines gesunden Rufs zu den Fabrikzuckerarten.

▪️ Dattelsirup und Dattelsüße: Hier werden die Datteln entsteint, eingeweicht und eingekocht. Die Masse wird gefiltert und zu einem dunklen Sirup konzentriert. Auch dabei gehen zahlreiche wichtige Vitalstoffe verloren. Im Handel wird „Dattelsüße" gern als besonders natürlich beworben – tatsächlich ist es nur ein anderes Wort für Dattelzucker, also derselbe verarbeitete Zucker unter einem schöneren Namen.

▪️ Kokosblütenzucker: Er entsteht aus dem Nektar, der aus den Blütenknospen der Kokospalme gewonnen wird. Dieser Nektar wird so lange gekocht, bis Zuckerkristalle auskristallisieren. Er gilt als exotische Naturalternative – doch durch das lange Einkochen bleibt am Ende vor allem eines übrig: ein stark zuckerhaltiges Konzentrat, dem die wichtigen Vitalstoffe längst verloren gegangen sind. Auch das ist Fabrikzucker.

▪️ Stevia (Pulver und Tropfen): Mit der grünen Stevia-Pflanze hat das Endprodukt kaum noch etwas zu tun. Die Blätter werden getrocknet, pulverisiert und mit Lösungsmittel ausgezogen. Dabei entsteht ein bitterer, dunkler Sud, der anschließend chemisch gebleicht wird. Störstoffe werden mit Chemikalien herausgefällt, danach wird das Ganze neutralisiert und gereinigt. Das grüne Blatt aus dem Garten ist eben eine Sache – das weiße Pulver aus dem Regal eine ganz andere. Kurz: Stevia-Pulver ist so weit von der Pflanze entfernt wie weißer Haushaltszucker von der Zuckerrübe.

▪️ Erythrit: Ein sogenannter Zuckeraustauschstoff, der mithilfe von Hefepilzen (die gentechnisch verändert sein können) aus Glucose oder Zucker gewonnen wird. Beworben wird er gern als kalorienfrei und zahnfreundlich – dass dahinter ein industriell hergestellter Stoff steckt, steht selten auf der Verpackung. Im Übermaß kann Erythrit zu Darmbeschwerden und Durchfall führen. Außerdem steht es zunehmend in der Diskussion, weil ein Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Beschwerden im Raum steht. Eine vollwertige Alternative ist es damit nicht.

▪️ Xylit (Birkenzucker): Der Name lässt an einen Spaziergang im Birkenwald denken – tatsächlich ist es ein künstliches Produkt. Xylit wird in einem komplexen chemischen Prozess aus der Rinde von Birken oder aus (womöglich gentechnisch verändertem) Mais gewonnen. Weil es schwer verdaulich ist, kann auch Xylit Darmbeschwerden und Durchfall auslösen. Mit dem Bild vom gesunden Birkensaft hat das fertige Pulver also nichts mehr zu tun.

📖 Quelle: Magazin der Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e.V. · www.ggb-lahnstein.de

Mein Fazit für dich

Fast alles, was im Regal als „gesunde Alternative" verkauft wird, ist am Ende doch wieder ein Fabrikprodukt. Deshalb bleibe ich bei dem, was die Schöpfung mir schenkt: frische Früchte, Trockenfrüchte und Honig vom Imker – in Maßen.

🍯 Beim Honig übrigens ein schöner Gedanke: Er ist ein natürliches Lebensmittel und bringt für den Abbau seines eigenen Zuckers auch sein eigenes Vitamin B1 gleich mit. Er verursacht keine Stoffwechselstörungen. Weil er aber viel Zucker enthält, treibt er den Blutzucker stärker als andere vollwertige Lebensmittel – deshalb genieße ihn in Maßen, und wer einen empfindlichen Magen-Darm hat, tastet sich langsam heran.

Schau selbst, wie groß der Unterschied ist:

 

 

⚠️ Und weil es hier um Gesundheit geht, ein wichtiger Satz zum Schluss: Wenn du Diabetes hast (besonders insulinpflichtig), dann stelle bitte nichts auf eigene Faust um, sondern lass dich immer ärztlich begleiten.

Ein Gedanke zum Schluss

Wenn ich ehrlich bin, staune ich bis heute darüber. Da müht sich die Industrie mit Kochen, Bleichen, Filtern und komplizierten chemischen Verfahren ab – und heraus kommt am Ende doch nur isolierte Süße, die unserem Körper mehr nimmt, als sie ihm gibt.

Und dann gibt es da den Honig. Die frische Frucht. Die getrocknete Dattel am Zweig. Alles längst fertig für uns bereitgelegt, mit allem, was der Körper braucht, um damit umzugehen – in einer Vollkommenheit, die kein Labor der Welt nachbauen kann.

Für mich ist das kein Zufall. Es ist ein tägliches Dankeschön an den Schöpfer, der uns diese echten, gesunden Süßungsmittel geschenkt hat. Wir müssen sie nur wieder wählen.

In diesem Sinne – süße natürlich, süße dankbar.

Deine Vollwertkost-Freundin Irina

 

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